Predigttitel: Wer ist meine Familie? (Markus 3,31–35)
Prediger: Brian More
Diese Predigt über Markus 3,31–35 stellt eine der tiefsten menschlichen Erfahrungen – den Schmerz innerhalb der Familie – in den Mittelpunkt des Evangeliums. Ausgehend von der Beobachtung, dass nahezu jeder in der Gemeinde ein ungläubiges Familienmitglied hat, nutzt die Predigt Jesu Begegnung mit seiner Mutter und seinen Brüdern als Einstieg in vier Prinzipien darüber, was Familie im Licht des Reiches Gottes wirklich bedeutet.
Das erste Prinzip lautet: Du bist nicht notwendigerweise deine Familie. Als Jesu Mutter und Brüder zu ihm kommen und ihn rufen, wendet er seinen Blick auf die um ihn Versammelten – eine bunt gemischte Gruppe von Jüngern aus völlig unterschiedlichen Hintergründen – und erklärt sie zu seiner Familie. Dies ist keine Zurückweisung seiner irdischen Familie, sondern eine Offenbarung über Identität. Deine Eltern, dein Familienname, deine Erziehung mögen dich geprägt haben – aber sie definieren dich nicht. In Christus bist du frei von den weltlichen Identitäten und Erwartungen, die dir durch deine Herkunft auferlegt wurden. Paradoxerweise macht uns dieses Verständnis zu besseren Familienmitgliedern: Wir begegnen unserer Familie nicht aus Verpflichtung oder Verstrickung, sondern zuerst als Söhne und Töchter Gottes.
Das zweite Prinzip lautet: Du kannst Familie werden. Jesu Einladung ist so weit wie das Wort „wer auch immer“ – das denkbar offenste und einschließendste Angebot. Doch das Ergebnis ist außerordentlich exklusiv: Es gibt keine Zwischenstufen. Man wird nicht Gottes Diener, Helfer oder Anhänger. Man wird sein Kind. Wie der Vater des verlorenen Sohnes, der es nicht einmal in Betracht zieht, seinen zurückkehrenden Sohn als Knecht aufzunehmen, bietet Gott vollständige Adoption – oder gar nichts. Die Predigt fordert dazu auf, zu prüfen, ob man noch immer als Angestellter oder Regelhalter zu Gott steht, anstatt den Vater zu umarmen, der einem entgegenläuft.
Das dritte Prinzip lautet: Deine geistliche Familie ist wichtiger als deine irdische Familie. Jesus, der öffentlich zwischen seiner irdischen Familie und den um ihn versammelten Jüngern wählen muss, entscheidet sich für seine geistliche Familie – nicht aus Kälte, sondern weil geistliche Beziehungen ein ewiges Gewicht tragen, das natürliche nicht besitzen. Die Predigt ruft Christen dazu auf zu prüfen, ob ihre Beziehungen zu anderen Gläubigen – ja sogar zu christlichen Ehepartnern oder Kindern – wirklich geistlicher Natur sind oder bloß zufällig. Welche Teile dieser Beziehungen werden in die Ewigkeit hineinreichen? Sind sie auf einem gemeinsamen Glauben aufgebaut oder lediglich auf Nähe und Umständen?
Das vierte und letzte Prinzip lautet: Du musst aus Gott geboren sein. Der Wille des Vaters, den Jesus als Kennzeichen der wahren Familie benennt, ist nicht bloß moralisches Verhalten – er ist die Gerechtigkeit, die Gottes eigenes Wesen ausmacht, die Art des Lebens, die Jesus selbst gelebt hat. Kein menschliches Bemühen kann dies hervorbringen. So wie niemand seine natürliche Geburt wählt, kann niemand seine geistliche Wiedergeburt selbst herbeiführen. Das bringt tiefen Trost für alle, die ungläubige Familienmitglieder haben: Deren fehlender Glaube ist kein Versagen des christlichen Zeugnisses und keine Last, die man tragen muss. Marias und Jesu Brüder lebten dreißig Jahre mit ihm zusammen und kämpften dennoch mit dem Glauben. Die Rettung liegt in Gottes souveräner Hand. Die Predigt schließt mit einem Ruf zum Glauben – zu glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er kam, um unser Lösegeld zu zahlen, und ihm zu vertrauen mit dem, was uns am kostbarsten ist: den Menschen, die wir am meisten lieben.
