Predigttitel: „Etwas Altes, etwas Neues“
(Markus 2,18-22)
Pastor: Brian Moore
Etwas Altes, etwas Neues nimmt die Worte Jesu in Markus 2,18–22 auf und geht einer vertrauten religiösen Spannung nach: Warum halten sich seine Juenger nicht an die ueblichen geistlichen Praktiken? Jesus legt frei, was unter diesen Diskussionen wirklich liegt. Es geht nicht um Disziplin oder Ernsthaftigkeit, sondern um den Massstab, mit dem Glaube beurteilt wird. Er stellt die Annahme infrage, dass zusaetzliche Regeln zu mehr Gerechtigkeit fuehren, und lenkt den Blick auf das, was Gott tatsaechlich fordert.
Die Predigt erklaert den Hintergrund der Pharisäer und ihre gut gemeinten, aber fehlgeleiteten Ergaenzungen zum Gesetz Gottes. Praktiken wie haeufiges Fasten, urspruenglich Ausdruck von Busse und Abhaengigkeit, wurden zu Zeichen geistlicher Ueberlegenheit. Anhand der Bilder von Hochzeit, Flickstoff und Weinschlaeuchen macht Jesus deutlich, dass diese menschlichen Zusaetze das zerstoeren, was Gott gegeben hat. Das Problem ist nicht Gebet oder Fasten, sondern ihre Nutzung zur Selbstrechtfertigung, zur Kontrolle anderer oder zum eigenen Vorteil vor Gott.
Der Blick richtet sich dann auf heute. Dieselben Versuchungen bestehen weiter: sich auf Routinen zu verlassen, Einheitlichkeit zu erzwingen, eigene Vorlieben mit dem Evangelium zu vermischen oder den Glauben zum eigenen Nutzen einzusetzen. Jesus ruft zur Rückkehr zur alten Verheissung auf, die sich in ihm erfüllt. Er ist der Bräutigam, der die Beziehung wiederherstellt, nicht durch zusätzliche Leistung, sondern durch Umkehr und Vertrauen. Die Einladung ist klar und anspruchsvoll: zu Christus zurückzukehren, selbstgemachte Religion loszulassen und aus der Gnade zu leben, statt sie sich verdienen zu wollen.
